Die Ausstellung „Haut, Stein“ in Köln
„Haut, Stein“ im NS-Dokumentationszentrum
Vom 7.Oktober 2022 bis 8.Januar 2023 zeigt das NS-Dokumentationszentrum Köln „Haut, Stein“.
Eine Ausstellung, die von der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora initiiert und mit dem Künstler Jakob Ganslmeier in Zusammenarbeit mit EXIT-Deutschland zum 76. Jahrestag der Befreiung der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora realisiert wurde.
Die Ausstellung „Haut, Stein“
Diese künstlerische Arbeit rückt den Umgang mit nationalsozialistischen Symbolen bis heute in den Blick. Sie hinterfragt das Verbleiben, Verwenden und Verwischen einschlägiger Zeichen aus zwei Perspektiven: In Form von Architektur und baulichen Ornamenten schreibt sich die Symbolik des Nationalsozialismus im öffentlichen Raum fort. Als Tätowierungen dienen diese Zeichen dem individuellen Bekenntnis zum Rechtsextremismus.
Der Künstler Jakob Ganslmeier porträtierte ehemalige Neonazis, die mit Hilfe von EXIT-Deutschland ausgestiegen sind, in ihrem Prozess des Ausstiegs und zeigt die Entfernung oder Verfremdung von zum Teil großflächigen Tätowierungen. Symbole, die bis dahin jahrelanger Ausdruck der eigenen Identität und politischen Weltanschauung waren, verschwinden. Die Entfernung der in die Haut eingeschriebenen Zeichen ist ein sehr bewusster Schritt für die Aussteigenden; er ist kostspielig, langwierig und schmerzhaft.
Schwarz-weiß-Fotografien verweisen auf historische NS-Symbole im Außenraum, die trotz Entnazifizierung belassen wurden oder nach Versuchen der Verfremdung noch immer erkennbar sind. Sie zeigen die Zeichen oder ihre Spuren im Einzelnen an Häusern, Schmuckbändern, Fassaden sowie in ihrem räumlichen Zusammenhang im Dorf, an Straßen, in Siedlungen. Die Schwarz-Weiß-Bilder sind als Diptychen angelegt. Ein Bild zeigt immer das NS-Symbol und seinen Ist-Zustand, das andere Bild kontextualisiert das Symbol im öffentlichen Raum.
Das Gesamtprojekt stellt die individuellen Geschichten in einen gesellschaftlich-politischen Zusammenhang – und an uns alle die Frage: Wie vergangen ist die deutsche Vergangenheit?

